18.03.2011:
Weichenstellung für holzbeheizte Saunaöfen bei Rundtischgespräch
Für den 15. März hatten HKI-Geschäftsführer Frank Kienle (zur Website des HKI) und Frank Finsterbusch alle maßgeblichen deutschen Importeure und Vertriebsfirmen zu einem Rundtischgespräch nach Frankfurt/M. eingeladen. Hier wollte man erstmals über Firmengrenzen hinweg zum Thema „holzbeheizter Saunaofen“ gemeinsam ins Gespräch kommen.
Als Gesprächsort ergab sich optimalerweise die ISH in Frankfurt/M, da einige der betreffenden Firmen auch selbst als Aussteller auf der Messe vertreten waren. So konnten zum Gespräch die Firmen Harvia (Hersteller), Holz-Sonderposten (Importeur) und FinTec (Importeur) von Herrn Kienle begrüßt werden. Neben terminlich begründeten Absagen einiger Firmen gab es leider kein Feedback von der Firma Helo (Saunatecgruppe aus Knüllwald) auf unsere Einladung. Als Gast nahm auch der Geschäftsführer des Deutschen Saunabundes e.V., Herr Rolf A. Pieper am Gespräch teil.
Das Gespräch fand in einer sachlich angeregten Atmosphäre statt. Von den anwesenden Seiten wurden zunächst die Standpunkt ausgetauscht und festgestellt, das großer Handlungs- und Klärungsbedarf besteht.
Im Gesprächsverlauf kristallisierten sich mehrere Handlungsschwerpunkte heraus:
- 1.BImschV - Unterstützung der Petition an den Deutschen Bundestag
Einhellig begrüßt wurde die Aktivität einer Petition an den Deutschen Bundestag. Es kommt nun darauf an, das als öffentliche Petition eingebrachte Anliegen einer breiten Unterstützung zuzuführen. Nach Veröffentlichung auf der Website des Deutschen Bundestages bleiben lediglich sechs Wochen Zeit, um die Petition online mitzuzeichnen.
Ohne Zeitfrist ist hingegen die Möglichkeit, bereits ab sofort die Petition durch Unterschriften auf Listen (hier zum Download als pdf-Datei) bzw. auf Einzelerklärungen (zum Download hier) zu unterstützen.
In diese Unterstützungsbemühungen sollten Bundestagsabgeordnete, Schornsteinfeger-Innungsverbände usw. aufklärend mit einbezogen werden.
Sehr hilfreich ist es vor allem Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises einzubeziehen. Idealerweise dann, wenn sie noch im Petitionsausschuß arbeiten würden. Schauen Sie ggfs. hier nach.
Insgesamt wurde von allen Anwesenden darauf verwiesen, dass eine breite Front der Unterstützung dem Anliegen dienlich sein werde. So hofft man auch auf die Unterstützung der nicht anwesenden Eingeladenen.
- Fahrplan für ein Scheitern der Petition festlegen
Sollte der Petition kein Erfolg beschieden sein, so ist es wichtig, dennoch das Anliegen weiter zu forcieren. Hierzu wurden Eckpunkte besprochen und eine Liste mit Maßnahmen zur Erarbeitung gestellt. Ein Scheitern der Petition würde für viele beteiligte Seiten (Verbraucher, Behörden, Innung) einen unnötigen Arbeitsaufwand erzeugen. Immerhin geht man davon aus, dass in Deutschland über 2000 holzbeheizte Saunaöfen pro Jahr (bei steigender Tendenz) in Betrieb genommen werden.
- DIN-Norm praxiswirksam umsetzen
Die DIN EN 15821 ist federführend in Finnland erarbeitet worden. Bis zur Harmonisierung der Norm (Aufnahme in den Bauproduktekatalog) wird es in der Praxis noch ein steiniger Weg werden. Der Originaltext und seine Übersetzung aus der englischen Sprache ergeben noch zahlreiche Hindernisse für die Umsetzung in die deutsche Praxis (oder anders gesagt, die Finnen haben schlecht ins Englische übersetzt – der dt. Text ist teilweise sinnentstellend).
- Umsetzung der Muster-Feuerungsverordnung
Ein weiteres Hindernis für die Inbetriebnahme von holzbeheizten Saunaöfen stellt die geltende Muster-Feuerungsverordnung dar. Sie wird in Landesrecht der einzelnen Bundesländer umgesetzt. Die formale Auslegung des Verordnungstextes verbietet eine Inbetriebnahme, da nie mehr als 85°C Oberflächentemperatur erreicht werden dürften.
Hier muss erreicht werden, dass die Feuerungsverordnung für klassische Raumheizer und eben nicht für Saunaöfen gilt. Oder wollen Sie in Zukunft bei max. 70°C (die 85°C als Obergrenze gelten ja für die unmittelbare Ofenumgebung) saunieren?
Lösungsansätze ergeben sich hier durch die Feststellung, dass diese Verordnung auf Grund Ihres Muster-Charakters nicht für Saunaöfen gilt. Die Temperaturangabe bezieht sich hierbei auf die Prozesswärme und nicht auf die Heizungswärme.
Abschließend wurde von Herrn Kienle, dem ich ausdrücklich für seine Kooperationsbereitschaft noch einmal danken möchte, mit Nachdruck darauf verwiesen, dass eine größere Lobbyarbeit für die Interessen der Saunabesitzer von großem Vorteil wäre. Ein Anliegen, welches sich Herr Pieper als Vertreter des Deutschen Saunabundes sicher gern annehmen wird. So brächte eine Mitgliedschaft von Herstellern/Importeuren im Dachverband HKI oder eine Einflussnahme des Saunabundes ein weitaus größeres Mitspracherecht bei allen relevanten Entscheidungsvorhaben.
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